»TrommelPower gegen Gewalt« – Gewaltprävention,
soziale Integration und Persönlichkeitsförderung mit Musik

Ein musiktherapeutisches Projektmodell des Freien Musikzentrums e.V. München
für Integration und gegen Gewalt unter der Schirmherrschaft
des ehemaligen Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt München, Christian Ude

Präsentation: Kinder der Musikschule Wolfratshausen,
Yoshihita Matthias Kinoshita, Dr. Andreas Wölfl
Sprecherin: Alexandra Martini
Regie und Schnitt: Michael Siebert
Kamera: Edwin Krieg
1. Kameraassistenz: Paul Krehan

Grundgedanke des Konzepts ist, musikalische Improvisation zu nutzen, um eine gewaltpräventive und sozial-integrative Wirkung zu erzielen. Dazu vermitteln wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, sich – mit vorwiegend rhythmischem Instrumentarium – musikalisch zu artikulieren. Dabei können sie gleichzeitig emotionale Befindlichkeit und aggressive Spannung ausdrücken und im Zusammenspiel kontrollieren, sodass ein Zusammenklang, eine regulierte Grundspannung und ein positives Selbst- und Gruppenerleben entstehen kann.

TrommelPower gegen Gewalt

Rhythmisches Trommeln mit einfachen
Spielvorgaben wirkt motivierend.

Die Methode vermittelt auf kreative Weise positive Erlebnisqualitäten auf unterschiedlichen bewussten und unbewussten Ebenen. Themen zu Affekt- und Aggressionsregulation, Konflikt- und Streitsituationen, Vermeidung und Abwehr von Bedrohungen werden in der Klasse musikalisch inszeniert und geübt. Mit Hilfe der aggressiven Ausdrucksqualitäten von Musik kann zwischen destruktiven und konstruktiven Aggressionsformen unterschieden und Wege zum konstruktiven Umgang damit gefunden werden.

Die kreative Auseinandersetzung mit diesen Themen fördert den gegenseitigen Respekt, die Akzeptanz von individuellen Unterschieden und die soziale Integration.

Das Konzept stellt verschiedene Formate bereit und wird an Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien in verschiedenen Jahrgangsstufen durchgeführt. Es verbessert in allen Klassen die Konfliktlösungsfähigkeiten. Auch in Klassen mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen kann das gemeinsame Erleben in den rhythmischen Improvisationen Grenzen überwinden. Trotz sprachlicher und sozialer Unterschiede entwickelt sich – spielerisch erlebt und therapeutisch gefördert – auch ohne Worte ein emotional tragfähiges Gemeinschaftsgefühl. Dieses wird in der Projektarbeit und im Schulalltag weiter aufgebaut und fortgeführt, was insgesamt die Zugehörigkeit in die Klassengemeinschaft, sowie individuelle kreative Potentiale und besonders die Fähigkeit zur zielorientierten Zusammenarbeit stärkt.

Durch die Förderung der musischen und emotionalen Ressourcen der Schüler werden ihre individuellen Lösungspotentiale und ihr Selbstvertrauen in besonderer Weise gestärkt.

Das Projekt ist als Programm der primären Gewaltprävention zur Unterstützung der Lehrkräfte konzipiert, um die Themen Gewalt, Aggression und Konflikte mit den Klassen mit musikalischen Mitteln kreativ zu bearbeiten. Das Projekt wurde von den teilnehmenden Lehrkräften durchweg positiv bewertet und sollte nach ihrer Ansicht zu einem festen Bestandteil des Schulcurriculums werden.

»Musik wird seit Menschengedenken und über alle Kulturen hinweg als präventive Kraft genutzt, heute insbesondere auch als Möglichkeit der interkulturellen Verständigung und des Empowerments. Präventive Konzepte der Musiktherapie wie ›TrommelPower‹ erhalten gerade angesichts der Herausforderungen unserer Gesellschaft vielfältige Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten.«

Prof. Dr. Dorothee von Moreau,
Studiendekanin Masterstudiengang Musiktherapie und Leiterin der Musiktherapeutischen Lehrambulanz an der SRH Hochschule Heidelberg