»TrommelPower« – Jahresbericht 2025

Wie in den vergangenen Jahren wurden auch im Jahr 2025 verschiedene Projekte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz durchgeführt. Weiter wurden auf Basis einer internationalen Zusatzqualifikation in Schweden, Großbritannien und in der Ukraine neue TrommelPower-Projekte mit verschiedenen Zielgruppen angeboten. Zudem wurde eine Zusatzqualifikation in Japan begonnen, die 2026 mit verschiedenen Praxisprojekten abgeschlossen wird.

Anwendungen
TrommelPower München konnte im Schuljahr 24/25 viele unterschiedliche Projekte an Grund-, Förder- und Mittelschulen durchführen. Weiterhin besteht in sehr vielen Klassen ein großer Bedarf an psychosozialer Förderung. Das ist den Lehrkräften an den Schulen sehr bewusst. Insgesamt konnten von TrommelPower München 2 Projektwochen, 8 Halbjahresprojekte und 11 kürzere Projekte durchgeführt werden. An den TrommelPower-Projekten nahmen Schüler:innen der Jahrgangsstufen 1 bis 6 teil.

Rückmeldungen der Schüler:innen:

  • Ich habe gelernt, dass etwas, was man eigentlich nicht so gut kann und nicht so interessant ist für mich, vielleicht doch Spaß machen kann.
  • Ich habe mich viel getraut, weil man nichts falsch machen konnte.
  • Ich habe mich nach den Stunden immer voller Power gefühlt.
  • Ich bin mutiger geworden.
  • Ich habe viel über Gemeinschaft gelernt.
  • Ich wollte mich bedanken, weil vorher hatten wir immer Streit mit A. und jetzt sind wir alle gut mit ihm. Danke!“
  • Ich habe gelernt, dass das „Stopp“ sehr wichtig ist im Leben.
  • Ich habe gelernt, mich richtig zu entschuldigen.
  • Dass ich neue Talente habe, ohne es zu wissen.
  • Ich werde mir jetzt eine Trommel kaufen.

Rückmeldungen der Lehrkräfte:

  • Die Kinder sind ruhiger geworden. Sie schaffen es besser zuzuhören und sich länger zu konzentrieren.
  • Das Projekt hat die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt in der Klasse gefördert.
  • Ich habe Lernfreude und Erfolgserlebnisse beobachtet.
  • Ich habe während der Projektzeit weniger körperliche Gewalt festgestellt.
  • Ich kann mehr Achtsamkeit beobachten.
  • Stärken von Schülern wurden erkannt.
  • Das Projekt hat eine Förderung des Miteinanders bewirkt: auf andere achten und hören, Performance als gemeinsam erreichter Erfolg.

Weitere TrommelPower-Projekte konnten von verschiedenen Trainer:innen mit Unterstützung der Musikstiftung Barbara Weidinger durchgeführt werden, beispielsweise in der Mittelschule Aitrachtal und an der Grundschule Grafinger Straße in München.

Im Raum Erlangen Nürnberg fanden 2025 wie in den Jahren zuvor verschiedene Trommelpower-Projekte am Emmy-Noether-Gymnasium in Erlangen sowie an der Mittelschule in Zirndorf statt. In Zirndorf traten die Schuler:innen der 5. und 6. Klasse auf dem schulinternen Musikabend auf, am Emmy-Noether-Gymnasium hatten 2 Klassen eine beeindruckende Abschlussperformance im Rahmen des großen Sommerfests.

Die TrommelPower-Projekte im Rahmen des umfassenderen künstlerisch-kreativen Schulentwicklungskonzepts an der Dr. Albert-Liebemann-Schule wurden 2025 fortgesetzt. Nach Rückmeldung der Schulleiterin Katrin Schöffel entwickelt sich das Gesamtprojekt sehr gut.

International
Im Mai 2025 führte Luisa Röbbelen in Amman, Jordanien und Beirut, Libanon ein Training of Trainer durch. Weiter bereitet sie die Wiederaufnahme und Weiterführung der Aktivitäten in der Region von Deutschland aus vor.

In Schweden wurden 2025 DrumPower-Projekte in Stockholm und Göteborg durchgeführt. Das Pilotprojekt mit vier Klassen der 4. und 5. Jahrgangsstufe an einer Schule am Stadtrand von Göteborg wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Feedback war sehr positiv: Die überwiegende Mehrheit der Kinder gab an, dass ihnen die Projekte Spaß gemacht und sie wertvolle Erfahrungen mitgenommen hätten. Auch die Lehrkräfte berichteten von positiven Erlebnissen und empfanden das Projekt als bereichernd und mitunter inspirierend für Kinder und Mitarbeiter. Viele der versprochenen Vorteile des Modells wurden von den Lehrkräften als wirksam und wertvoll wahrgenommen. Im Anschluss an das Pilotprojekt folgten weitere DrumPower-Projekte an derselben Schule. Zwei 4. Jahrgangsstufen arbeiteten zwölf Wochen lang mit dem Modell, bis Februar 2026. Zwei Klassen, die bereits am Pilotprojekt teilgenommen hatten, freuen sich darauf, 2026 als 5. Jahrgangsstufe erneut mit dem DrumPower-Modell zu arbeiten. Weitere Projekte sind für das kommende Schuljahr geplant. Auch die Pilotprojekte in Stockholm wurden erfolgreich abgeschlossen, wobei sich ein Projekt mit einer kleineren Gruppe belasteter und wenig motivierter Schülerinnen als eine große Herausforderung darstellte. Die anderen Projekte mit den Gesamtklassen konnten erfolgreich durchgeführt werden. Die gesamte Initiative wird durch Musikbojen, eine Stiftung zur Förderung der Musiktherapie mit Kindern und Jugendlichen in Schweden, finanziell getragen.

In der Ukraine wurden 2025 modifizierte TrommelPower-Projekte in der Arbeit mit Kindern ebenso wie mit Veteranen und Kriegsversehrten weiter fortgesetzt, ebenso wie in der Weiterbildung von Psycholog:innen, Pädagog:innen und künstlerischen Therapeut:innen. Wie bereits im letzten Jahr berichtet, ist durch den Krieg die Durchführung von Projekten nur eingeschränkt möglich und die Situation erfordert Modifikationen der Projektinhalte und der Projektformate. Sehr wichtig ist die nonverbale musiktherapeutische Arbeit in Bezug auf Stärkung der persönlichen und gemeinschaftlichen Resilienz, die Bewältigung von Traumata und den Umgang mit Aggression. Die Resonanz auf die Arbeit mit Elementen der TrommelPower-Methode ist sehr positiv. Im Sommer 2025 fand im Rahmen einer Sommerakademie eine erste Vermittlung der TrommelPower-Methode statt.

»TrommelPower« – Jahresbericht 2025

»TrommelPower« – Jahresbericht 2025

In Japan wurde 2025 eine erste Gruppe von japanischen Musiktherapeut:innen in der TrommelPower-Methode unterrichtet. Im Basisseminar am Rande von Tokio zeigte sich, dass viele Grundannahmen der Projektmethode sehr auf den europäischen Kontext ausgerichtet sind und für die Anwendung in Japan verstanden, überprüft und modifiziert werden müssen. Die japanische Mentorin und Dolmetscherin Nami Kamata schildert, dass in der japanischen Praxis der Qualität zwischenmenschlicher Beziehungen im Gruppenprozess besondere Bedeutung beigemessen wird, wobei insbesondere Grenzwahrnehmung, die Etablierung eines sicheren Rahmens sowie das Teilen innerer Erfahrungen als zentrale Bestandteile erlebt werden. Vor dem Hintergrund einer kulturellen Orientierung an Harmonie wird das Erlernen von Stopp oder Nein zu sagen, als bedeutsame Erfahrung verstanden, die die Fähigkeit stärkt, Grenzen zu setzen und zugleich in Beziehung zu bleiben. Konkrete Projekte umfassen unter anderem Initiativen für Kinder im Übergang zur Schule zur Förderung emotionaler Wahrnehmung und Konfliktlösungsfähigkeit, schulische und außerschulische Gruppenarbeit zur Stärkung von Vertrauen, Kooperation und Gruppenzusammenhalt durch Trommelimprovisation und Rollenspiel, konzeptionelle Ansätze zur Unterstützung von Kindern mit Gewalt- und Vernachlässigungserfahrungen sowie Angerbote für Fachkräfte in den helfenden Berufen zur Förderung von Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation und professioneller Grenzsetzung. Diese Entwicklungen verdeutlichen das Potential von DrumPower in Japan, die Beziehungsfähigkeit, soziale Handlungskompetenz und das Selbstverständnis der Teilnehmenden nachhaltig zu stärken.

Jahrestreffen 2025
Beim Trommelpower-Jahrestreffen am 12. Oktober 25 bestand ein großes Interesse, sich zu den Projekten auszutauschen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Gespräch mit Markus Sommerer von der Musikstiftung Barbara Weidinger zur Realisierung von TrommelPower-Projekten mit Unterstützung der Stiftung. Er betonte, dass es ein zentrales Anliegen der Stiftung ist, TrommelPower-Projekte zu fördern und die Beantragung und Förderung möglichst einfach und unkompliziert zu gestalten.

Netzwerk Musiktherapie in Prävention und Gesundheitsförderung
Inhaltliche Schwerpunkte der Netzwerkarbeit bildeten 2025 die Vorbereitung und Durchführung der Fachtagung am Freien Musikzentrum im März 2025 und die Pre-Conference Music Therapy and Prevention im Rahmen des EMCT-Kongresses im Juli 2025 in Hamburg.

Weiterbildung
2025 wurden am Freien Musikzentrum parallel eine deutschsprachige und eine Internationale Zusatzqualifikation erfolgreich abgeschlossen. Die Teilnehmer:innen führten an verschiedenen Schulen und in psychosozialen Einrichtungen TrommelPower-Projekte im Rahmen der Weiterbildung durch.

Wissenschaftlicher Diskurs
Auf der musiktherapeutischen Fachtagung des Instituts für Musiktherapie am Freien Musikzentrum München 2025 mit dem Thema „Musik, Kultur und Gesundheit – musiktherapeutische Kompetenzen für die Gesellschaft“ wurden musiktherapeutische Vorgehensweisen im Feld „Arts and Health“ vorgestellt und in verschiedenen Vorträgen und Diskussionen auf die TrommelPower-Projektmethode Bezug genommen.

Auch auf der Pre-Conference „Music Therapy and Prevention“ im Rahmen des Europäischen EMTC-Kongresses im Juli 2025 in Hamburg bezog sich Andreas Wölfl exemplarisch auf die TrommelPower-Projektmethode um in einem Impulsvortrag Potentiale der Projektarbeit in der Prävention zu erörtern. In einem Workshop stellten Ingrid Geresch und Andrey Jesus Colmenarez Perniaz ihre Arbeit mit der TrommelPower-Methode an Schulen in Wien vor. Unter dem Titel Pupils with a migration background and poor local language skills fokussierten sie insbesondere auf Möglichkeiten, Schüler:innen zu erreichen, die nicht oder wenig deutsch sprechen und neue Wege der Gruppenintegrationsfähigkeit zu eröffnen. Die Pre-Conference gab einen guten Rahmen für differenzierte Diskussionen und methodische Diskurse.

Zudem stellte Andreas Wölfl die Projektmethode in einem lebendigen, dynamischen Workshop im Rahmen der EMTC-Konferenz vor.

»TrommelPower« – Jahresbericht 2025

Fachliche Begleitung und Supervision
Alle TrommelPower-Projekte finden unter fachlicher Begleitung und Supervision statt.

Förderung
TrommelPower-Projekte mit den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen können in der Regel nur Dank besonderer Unterstützung und Förderung realisiert werden. Dafür gilt unser Dank 2025 besonders dem Kulturreferat München, der Musikstiftung Barbara Weidinger und allen anderen Förderern und Unterstützern.

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